
Ein Känguru-Embryo geht nach seiner Zeugung einen ganz anderen Weg als die meisten Säugetiere.
Bereits nach einer sehr kurzen Tragzeit von 20 bis 40 Tagen kommt das Junge noch ganz unterentwickelt und ohne als Känguru kenntlich zu sein, zur Welt. Bei der größten Känguru-Art, dem Roten Riesenkänguru, wiegt das Jungtier bei der Geburt 0,75 Gramm, misst 2,5 Zentimeter und ähnelt im Aussehen einem roten Wurm.
Jetzt geschieht das kaum Vorstellbare: Das winzige Etwas krabbelt nach der Geburt aus eigener Kraft vom Geburtskanal aus in den Beutel der Mutter, hängt sich mit dem Mund an eine Zitze und lässt diese während der nächsten zwei bis drei Monate nicht mehr los.
Es dauert etwa sechs Monate bis das jetzt wie ein Känguru aussehende Jungtier erstmals den Beutel verlässt. Zwei Monate später passt es in sein "Kinderzimmer" nicht mehr hinein, wird aber bis zum Alter von einem Jahr weiter gesäugt. Dazu braucht es nur seinen Kopf in den mütterlichen Beutel zu stecken, wo oft schon ein neues Baby genährt wird. Damit das erste Känguru-Jungtier dem Winzling nicht die Nahrung weg nimmt, hat das Muttertier verschiedene Zitzen. Diese produzieren noch dazu Milch in unterschiedlicher Zusammensetzung.