
Wenn bei den Laubbäumen die Blätter im Herbst fallen, erscheint es naheliegend, dass geringere Temperaturen, weniger Tageslicht und das Alter der Blätter die Ursachen sind.
Der Grund für das Fallen der Blätter im Herbst ist jedoch, dass die Laubbäume bzw. Sträucher sich dadurch schützen. Im Frühling und Sommer sind die Blätter die Nährstofflieferanten für die Bäume, indem sie ähnlich wie eine Nahrungsmittelfabrik funktionieren. Sie produzieren aus Luft, Mineralien, Sonnenlicht und Wasser Nährstoffe. Aus dem Boden werden über die Wurzeln und den Stamm Wasser und Mineralien in die Blätter gepumpt und mit Hilfe der Sonnenstrahlen chemisch umgewandelt.
Unter dem Mikroskop sind außerdem in jedem Blatt winzige Löcher, Spaltöffnungen genannt, zu erkennen, durch die ein Teil des Wassers wieder als Wasserdampf abgegeben wird. Im Herbst läßt die Produktivität der Blätter nach, denn die Bäume haben genügend Nahrungsvorräte, um die kalte Jahreszeit durch eine Winterruhe zu überstehen.
Zuvor muss der Baum jedoch einen Schutzmechanismus in Gang setzen. Durch ein hartes und wasserdichtes Stückchen Kork werden die Löcher an den Blattstielen, durch die das Wasser gepumpt wurde, verschlossen. Deshalb fallen dann nach und nach die Blätter im Herbst durch Vertrocknen ab. Würden sie am Baum bleiben und weiter Wasserdampf abgeben, auch nachdem der gefrorene Boden kein Wasser mehr spendet, müsste der Baum austrocknen und absterben.