
Des öfteren wird eine weit verbreitete Interpretation einiger Stellen aus der Bibel als Rechtfertigung genutzt, mit der Erde und den Mitgeschöpfen geringschätzig umzugehen.
Im 1. Buch Mose, Kapitel 1, 28b sagt Gott zum Menschen: [...] und füllt die Erde, und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen!
Aus dieser und ähnlichen Stellen wird dann abgeleitet, wir könnten mit der außermenschlichen Schöpfung mehr oder minder tun und lassen was wir wollen.
Dieses Verständnis ist meines Erachtes sehr kurzsichtig und unsachgemäß, weil es den Zusammenhang außer Acht lässt: Als Folge unzähliger schlechter Beispiele in der Menschheitsgeschichte hat "herrschen" oft einen negativen Beigeschmack. Die obengenannten Worte wurden jedoch von dem Gott gesagt, der laut Bibel über alles herrscht und zugleich - nicht zuletzt durch Jesus - sich als der gezeigt hat, der Kranke heilt, Besessene befreit, Bedürftige versorgt und seinen eigenen Sohn hingab zur Rettung seiner Geschöpfe.
Wie können Menschen, die an diesen Gott glauben, den Auftrag zu herrschen gleichsetzen mit ausbeuten, zerstören und missachten oder auch mit "nur" passiv sein? Die gleichen Menschen erzählen mit Freude und Dankbarkeit, wie liebevoll und fürsorglich Gott mit ihnen umgeht - also wie gütig er über sie herrscht.